Verein für angewandte Lernforschung
und individuell berufliche Förderung e.V.

Teilleistungsstörungen und AD(H)S

Unter Teilleistungsstörungen- bzw. schwächen versteht man allgemein:

Leistungsdefizite in begrenzten Funktionsbereichen, die trotz hinreichender Intelligenzleistungen, regelmäßiger Förderung sowie einer körperlichen und seelischen Gesundheit der Betroffenen auftreten und nicht aus einer entsprechenden Behinderung erklärt werden können. Solche Teilleistungsstörungen betreffen: einfache Artikulationsstörungen, expressive und rezeptive Sprachstörungen, Störungen des Lesens und Rechtschreibens, Rechenstörungen, Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen.

Bei Teilleistungsschwächen handelt es sich um Reizverarbeitungsschwächen im Gehirn. Reize werden von der Umwelt aufgenommen und über die verschiedensten Kanäle der Wahrnehmung über das Rückenmark ins Gehirn weitergeleitet. Dort können diese Infos nicht mehr richtig verarbeitet werden, wenn verschiedene Nervenverbindungen im Gehirn ihre Funktion, das Weiterleiten von Reizen nicht übernehmen, sondern diese einfach "abblitzen" lassen oder "fehlleiten".

Mögliche Ursachen für Lernschwächen und/oder Verhaltensauffälligkeiten können Teilleistungsschwächen sein. D.h., dass einige Bereiche der Wahrnehmung nicht altersentsprechend entwickelt sind. "

(Definition: Dt. Bildungsserver)

Es liegen also trotz mindestens durchschnittlicher Intelligenz in einzelnen Bereichen, die isoliert, aber auch in verschiedenen Kombinationen auftreten können, Störungen vor, die dann die sogenannten “umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“ zur Folge haben wie z.B. Legasthenie, Dyskalkulie, AD(H)S.

Dabei handelt es sich um „Störungen, bei denen die normalen Muster des Fertigkeitserwerbs von frühen Entwicklungsstadien an gestört sind. Dies ist nicht einfach Folge eines Mangels an Gelegenheit zu lernen; es ist auch nicht allein als Folge einer Intelligenzminderung oder irgendeiner erworbenen Hirnschädigung oder -krankheit aufzufassen.

(Weltgesundheitsorganisation: Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD 10;
5. durchgesehene und ergänzte Auflage 2004/2005; F 81 ff)
.

Hinweise auf eine Teilleistungsstörung, auch vor der Schulzeit, können sein:

  • Grobmotorische Störungen
  • Feinmotorische Störungen
  • Visuelle Wahrnehmungsstörungen
  • Auditive Wahrnehmungsstörungen
  • Störungen der räumlichen Wahrnehmung
  • einfache Artikulationsstörungen,
  • expressive und rezeptive Sprachstörungen,
  • Störungen des Lesens und Rechtschreibens,
  • Rechenstörungen,
  • Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen.

Wenn den Eltern oder LehrerInnen auffällt, dass ein Schulkind in Deutsch und/oder Mathematik große Probleme hat, ansonsten aber gut in der Schule mitkommt, könnte dies auf eine Teilleistungsstörung hinweisen.

Je früher eine Teilleistungsstörung festgestellt wird, desto besser und schneller kann geholfen werden!

Liegt eine Teilleistungsstörung vor, sollte nach eingehender Beratung fachkundige Hilfe wahrgenommen werden. Nachhilfe und Üben allein helfen nicht.

AD(H)S

Häufig werden Teilleistungsstörungen wie Legasthenie / LRS bzw. Dyskalkulie von AD(H)S (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) begleitet.

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